ESRS 2 Allgemeine Angaben
Die Klimakrise ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit, und das Management ihrer Auswirkungen auf unsere Geschäftsaktivitäten ist eine strategische Priorität für adidas. Im Jahr 2025 haben wir unseren neuen Aktionsplan zur Klimawende (,adidas Climate Transition Action Plan – CTAP’) veröffentlicht. Dieser legt unser Ziel dar, bis 2050 Netto-Null-Emissionen zu erreichen, einen gerechten Wandel (‚just transition’) sicherzustellen und Klimaresilienz entlang unserer gesamten Wertschöpfungskette aufzubauen. Der vom Vorstand befürwortete Plan ist vollständig in unsere Geschäftsstrategie und Unternehmensführung integriert, da uns bewusst ist, dass bedeutender Fortschritt von enger Zusammenarbeit in und zwischen den Branchen abhängt. adidas-group.com/nachhaltigkeit
SBM-3 – Wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen und ihr Zusammenspiel mit Strategie und Geschäftsmodell
Wesentliches Thema |
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Wesentliche IROs |
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Einstufung |
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Zeithorizont |
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Wertschöpfungskette |
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Beschreibung1 |
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Energie |
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Negative Auswirkung |
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Tatsächlich |
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n.a. |
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Vor- und nach gelagert |
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Vorgelagerter Energieverbrauch erfolgt hauptsächlich bei Rohstoffproduktions- und Fertigungsprozessen, die zum Teil noch auf nicht erneuerbaren Energiequellen basieren. Nachgelagerter Energieverbrauch tritt in den Produktnutzungs- und End-of-Life-Phasen auf (z.B. Waschen und Entsorgen von Produkten). |
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Energie |
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Risiko |
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n.a. |
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Mittelfristig |
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Eigene Standorte |
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Energierisiken an unseren eigenen Standorten könnten sich auf Folgendes beziehen:
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Klimaschutz |
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Negative Auswirkung |
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Tatsächlich |
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n.a. |
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Vor- und nachgelagert |
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Die Mehrheit der gesamten Treibhausgasemissionen von adidas stammt aus vorgelagerten Aktivitäten wie Rohstoffverarbeitung, Fertigungs- und Produktherstellungsprozessen. Ein geringerer Anteil entsteht in den nachgelagerten Produktnutzungs- und End-of-Life-Phasen. |
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Klimaschutz |
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Risiko |
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n.a. |
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Langfristig |
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Vorgelagert |
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Risiken im Zusammenhang mit dem Klimaschutz in unserer vorgelagerten Wertschöpfungskette könnten folgende Aspekte betreffen:
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Klimaschutz |
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Risiko |
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n.a. |
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Mittelfristig |
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Eigene Standorte |
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Klimaschutzrisiken an unseren eigenen Standorten könnten sich auf folgende Aspekte beziehen:
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Anpassung an den Klimawandel |
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Risiko |
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n.a. |
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Langfristig |
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Vorgelagert |
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Risiken in Bezug auf die Anpassung an den Klimawandel in unserer vorgelagerten Wertschöpfungskette könnten sich auf folgende Aspekte beziehen:
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Anpassung an den Klimawandel |
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Risiko |
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n.a. |
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Langfristig |
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Eigene Standorte |
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Risiken in Bezug auf die Anpassung an den Klimawandel an unseren eigenen Standorten könnten sich auf folgende Aspekte beziehen:
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Anpassung an den Klimawandel |
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Risiko |
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n.a. |
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Langfristig |
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Nachgelagert |
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Risiken in Bezug auf die Anpassung an den Klimawandel in unserer nachgelagerten Wertschöpfungskette könnten sich auf folgende Aspekte beziehen:
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Unsere Klimaszenario- und die anschließende Resilienzanalyse, die Mitte 2024 abgeschlossen wurden, deckten unsere gesamte Wertschöpfungskette sowie alle physischen und Übergangsrisiken1 ab, die im Rahmen des Verfahrens zur Ermittlung von Risiken und Chancen ermittelt wurden. Wir haben ein Klimamodellierungs-Tool verwendet, um unsere Exposition gegenüber diesen Risiken in drei Treibhausgasemissionsszenarien (niedrige, mittlere und hohe Treibhausgasemissionen) und drei verschiedenen Zeiträumen (2030, 2040 und 2050) zu bewerten, die mit den Meilensteinen und Zielen unserer Klimastrategie (2030 und 2050) übereinstimmen.
Mit Daten aus dem Tool haben wir eine digitale, visuelle Darstellung (‚Digital Twin’) des Geschäftsmodells und des operativen Fußabdrucks von adidas erstellt: Standorte der wichtigsten Vermögenswerte wie Distributionszentren, Beschaffungsländer und Regionen, in denen die wichtigsten Materialien hergestellt werden, Standorte der Produktionsstätten von Hauptzulieferern sowie Transportwege. Risiken und Chancen wurden für die Resilienzanalyse und die strategische Planung dann, soweit möglich, quantifiziert und aggregiert. Dabei haben wir uns an den Empfehlungen der TCFD orientiert.
Die wichtigsten Grundannahmen für die Klimaszenarioanalyse waren die folgenden:
Unsere aktuellen Vermögenswerte und unsere Wertschöpfungskette wurden als Grundlage verwendet, ohne Berücksichtigung der potenziellen Veränderungen im Bereich der Beschaffung oder Materialien aufgrund der Volatilität der Branche.
Für den Zeitraum bis 2030 und darüber hinaus bis 2050 wurden unterschiedliche Geschäftswachstumsraten berücksichtigt. Des Weiteren wurden in der Analyse unterschiedliche Wachstumsannahmen zwischen Umsatz einerseits und Produktionsvolumen andererseits herangezogen. Für die Prognose der Zunahme der Treibhausgasemissionen bis 2030 wurden Produktions- und Absatzprognosen bis 2025 berücksichtigt und eine konstante Geschäftswachstumsrate für die Folgejahre angenommen. Es wird davon ausgegangen, dass der aktuelle Produktkategorie- und Materialmix konstant bleibt.
Verbesserungen der Produktions- oder Prozesseffizienz bei Zulieferern und anderen Geschäftspartnern wurden nicht angenommen. Auch technologiebedingte Effizienzsteigerungen in der Rohstoffproduktion wurden nicht berücksichtigt.
Bei der Bewertung der potenziellen Auswirkungen ausgewählter Übergangsrisiken (z.B. verstärkte Kontrolle durch Anteilseigner, höhere Abhängigkeit von CO2e-Bepreisung und höhere Kosten für kohlenstoffarme Materialien und Technologien) auf unsere finanzielle Leistung haben wir nur die Umsetzung unserer Klimastrategie und die erwarteten Ergebnisse unserer Risikomanagementmaßnahmen berücksichtigt. Für alle anderen bewerteten Risiken haben wir keine erwarteten zukünftigen Ergebnisse der aktuellen Maßnahmen angenommen.
Je nach analysiertem Risiko und der damit verbundenen Einstufung in der vorgelagerten Beschaffungskette wurden von Fall zu Fall Annahmen zur Kostenweitergabe getroffen, um die potenziellen Auswirkungen auf adidas zu quantifizieren.
Die Szenarien im Überblick:
Niedriges Emissionsszenario (RCP2.6-SSP126): Dieses Zukunftsszenario entspricht dem 1,5-Grad-Pfad und ist durch ein Niveau der Treibhausgasemissionen gekennzeichnet, das bis 2020 stabil bleibt, dann abnimmt und bis 2100 negativ wird. Eine frühzeitige Einführung von Klimaschutzmaßnahmen, die mit der Zeit immer strenger werden, würde sowohl die Übergangsrisiken als auch die physischen Risiken verringern. Dieses Szenario setzt ein starkes kollektives Handeln voraus, wobei die Übergangsrisiken eher kurz- bis mittelfristig auftreten werden und die Schwere der physischen Risiken langfristig abnehmen könnte.
Mittleres Emissionsszenario (RCP4.5-SSP245): Die Treibhausgasemissionen erreichen um 2040 ihren Höhepunkt und gehen dann zurück. In diesem Szenario gibt es keine strenge Klimapolitik, die Endlichkeit nicht erneuerbarer Brennstoffe wird jedoch berücksichtigt. Begrenzte Maßnahmen auf globaler Ebene würden die Übergangsrisiken kurzfristig verringern. Untätigkeit würde jedoch langfristig die Schwere und Häufigkeit physischer Risiken erhöhen.
Hohes Emissionsszenario (RCP8.5-SSP585): Dieses Szenario stellt eine Worst-Case- oder Business-as-usual-Betrachtung dar, in der die Treibhausgasemissionen im Laufe des 21. Jahrhunderts weiter ansteigen. Hier wird davon ausgegangen, dass keine größeren Anstrengungen zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen unternommen werden, was zu einer starken globalen Erwärmung führt.
Zu den wichtigsten bewerteten Übergangsrisiken (im Einklang mit der TCFD) zählen: Energiekosten für Zulieferer, CO2e-Bepreisung (Scope 1-3), Kosten für den Übergang zu kohlenstoffarmen Technologien/Materialien, Transportkosten und Kontrolle durch Anteilseigner. Diese wurden unter Verwendung von NGFS-Daten2 in allen Szenarien bewertet, um die potenziellen Auswirkungen zu quantifizieren.
Es ist wichtig, zu beachten, dass, obwohl sich die Klimaszenarien in kurz- und mittelfristiger Betrachtung voneinander unterscheiden, die daraus resultierenden Risiken und Auswirkungen auf unser Geschäft bis 2050 über die Szenarien hinweg relativ ähnlich bleiben. Stärkere Unterschiede werden erst langfristig (2070 – 2100) erwartet. Die Analyse der Klimaszenarien hat gezeigt, dass die Risiken ab 2030 unabhängig vom gewählten Treibhausgasemissionsszenario an Relevanz gewinnen.
Die Erkenntnisse aus der Analyse der Klimaszenarien wurden dann für unsere Resilienzanalyse verwendet. Wir haben jedes wesentliche Risiko, seine Entwicklung unter den verschiedenen Emissionsszenarien und unsere Fähigkeit, diese Risiken in Zukunft zu managen, unter Berücksichtigung der Art unseres Geschäftsmodells und der im weiteren Verlauf dieses Kapitels beschriebenen Maßnahmen im Zusammenhang mit unseren spezifischen Strategien, wie z.B. Klima- und Biodiversitätsstrategien, bewertet. Der Umfang und der Zeithorizont waren dieselben wie bei der oben beschriebenen Analyse der Klimaszenarien. Durch die Berücksichtigung sämtlicher oben genannter Aspekte konnten wir unsere Gesamtwiderstandsfähigkeit in Bezug auf den Klimawandel bewerten. SIEHE ESRS E1-3 – MASSNAHMEN UND MITTEL IM ZUSAMMENHANG MIT DEN KLIMAKONZEPTEN
Ermittelte Risiken1 |
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Trend2 |
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Maßnahmen zum Umgang mit Risiken |
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(P) Sachschäden und Betriebsstörungen an unseren eigenen Standorten und denen unserer Geschäftspartner |
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Höheres Risiko in einem Szenario mit hohen Emissionen und in einem Zeithorizont bis 2050. |
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(P) Unterbrechungen in unserer Beschaffungskette |
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Höheres Risiko in einem Szenario mit hohen Emissionen und in einem Zeithorizont bis 2050. |
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(P, Ü) Steigende Materialkosten und hohe Kosten für kohlenstoffarme Technologien |
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Das Risiko ist relativ stabil über die drei verschiedenen Emissionsszenarien und Zeithorizonte hinweg. |
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(P) Beeinträchtigung und geringere Produktivität unserer eigenen Belegschaft und der unserer Geschäftspartner |
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Höheres Risiko in einem Szenario mit hohen Emissionen und in den Zeithorizonten 2040/2050. |
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(Ü) CO2e-Bepreisung und CO2e-bezogene regulatorische Vorgaben und Rechtsstreitigkeiten |
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Höheres Risiko in einem Szenario mit niedrigen Emissionen, kombiniert mit einem Szenario, in dem adidas seine entsprechenden Ziele zur Reduzierung der CO2e-Emissionen nicht erreicht. |
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(Ü) Stakeholder-Kontrolle und Aktivismus |
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Höheres Risiko in einem Szenario mit niedrigen Emissionen, kombiniert mit einem Szenario, in dem adidas seine entsprechenden Ziele zur Reduzierung der CO2e-Emissionen nicht erreicht. |
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(Ü) Mangelnde Fähigkeit, sich an veränderte Konsumentenpräferenzen und der Produktnachfrage anzupassen |
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Das Risiko besteht bei allen Emissionsszenarien. |
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Basierend auf den Ergebnissen der Analyse schlussfolgern wir, dass unser Geschäftsmodell auf absehbare Zeit ausreichend widerstandsfähig gegenüber dem Klimawandel ist. Die wichtigsten Aspekte, die unsere Widerstandsfähigkeit fördern, sind die Art unseres Geschäftsmodells mit seiner inhärenten Agilität und Flexibilität, z.B. in Bezug auf Produktdesign, Materialauswahl und Beschaffungsstandorte, sowie die Maßnahmen, die wir im Rahmen unserer Klimastrategie ergreifen. Darüber hinaus stellt unsere Kapitalmanagementpolitik eine starke Kapitalbasis und einen effizienten Zugang zu den Kapitalmärkten sicher. Dies ist essenziell für eine nachhaltige Geschäftsentwicklung in der Zukunft und die Anpassung an potenzielle Auswirkungen des Klimawandels.
Unsere Szenarioanalyse ist ein wirksames Instrument, um Orientierung und Anleitung hinsichtlich unserer klimabedingten Risiken zu geben. Sie kann jedoch nicht als Instrument zur präzisen Schätzung zukünftiger Kosten und Investitionen herangezogen werden, was auf Unsicherheiten in der nationalen Klimapolitik und makroökonomische Effekte zurückzuführen ist. Diese Faktoren lassen sich weiterhin nur schwer akkurat modellieren und können sich auf den globalen Dekarbonisierungspfad auswirken.
E1-1 – Übergangsplan für den Klimaschutz
Als wichtiger Akteur in einer Branche mit hohem Energieverbrauch sind wir uns unserer Verantwortung bewusst, einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten, indem wir bewährte Lösungen umsetzen, optimieren und skalieren und an der Entwicklung langfristiger Alternativen mitarbeiten.
Der Großteil der Treibhausgasemissionen von adidas stammt aus vorgelagerten Aktivitäten wie dem Anbau, der Gewinnung, Verarbeitung und Aufbereitung von Rohstoffen sowie der Herstellung von Produkten. Rund 2 % der gesamten Treibhausgasemissionen stammen von unseren eigenen Standorten.
Gesamte Treibhausgasemissionen von adidas im Jahr 2025 entlang der Wertschöpfungskette1
Im Jahr 2025 haben wir unseren neuen Aktionsplan zur Klimawende (,Climate Transition Action Plan – CTAP’) überprüft, aktualisiert und veröffentlicht. Unter der Leitung und Koordination des Sustainability-and-ESG-Teams und entwickelt in enger Zusammenarbeit mit relevanten Bereichen wie Product Development & Sourcing, Supply Chain Management, Workplaces und Finance bringt der CTAP unsere Klimastrategie mit breiter gefassten strategischen, operativen und finanziellen Zielen in Einklang. Unsere Klimaszenarioanalyse und die Bewertung der Übergangsrisiken sind in den CTAP miteingeflossen, um sicherzustellen, dass die identifizierten Maßnahmen zum Klimaschutz robust sind und den potenziellen kurz- und langfristigen Risiken und Chancen entlang unserer Wertschöpfungskette entsprechen. Der Plan wurde vom Vorstand befürwortet. adidas-group.com/nachhaltigkeit
Unsere Klimastrategie zielt darauf ab, die Treibhausgasemissionen im Einklang mit einem 1,5-Grad-Pfad zu reduzieren und so zu einer Zukunft mit Netto-Null-Emissionen beizutragen. adidas bestätigt, dass das Unternehmen nicht von den EU Paris-Aligned Benchmarks ausgeschlossen ist, wodurch die Übereinstimmung unseres CTAP mit den Zielen des Pariser Klimaabkommens bekräftigt wird. Zu unseren von der Science Based Target Initiative (SBTi) validierten Zielen gehören die folgenden:
Langfristiges Ziel:
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Bis 2050 sollen für die gesamte Wertschöpfungskette Netto-Null-Treibhausgasemissionen (Scope 1, 2 und 3) erreicht werden.3
Kurzfristige Ziele:
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Bis 2030 sollen die absoluten Treibhausgasemissionen in der Beschaffungskette (Scope 3)4 um 42 % reduziert werden, gemessen am Basisjahr 2022.
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Bis 2030 sollen die Treibhausgasemissionen an unseren eigenen Standorten (Scope 1 und 2) um 70 % reduziert werden, gemessen am Basisjahr 2022.
Wir verwenden die etablierten Methodiken zur Erfassung der Treibhausgasemissionen, die auf dem ‚Greenhouse Gas Protocol‘ basieren, und berücksichtigen alle wesentlichen Treibhausgaskategorien, die für die Geschäftstätigkeit von adidas wesentlich sind und weiter unten in diesem Kapitel beschrieben werden. SIEHE ESRS E1-6 – THG-Bruttoemissionen der KateGorien SCOPE 1, 2, 3 SOWIE THG-GESAMTEMISSIONEN
Der Aufsichtsrat hat die Kohlenstoffintensität pro Produkt als Leistungskriterium für den Long-Term-Incentive-Plan (,LTIP’) des Vorstands festgelegt. Die Wichtigkeit unserer ESG Roadmap, einschließlich der Klimastrategie, zeigt sich auch darin, dass unser Sustainability-and-ESG-Team seit 2024 direkt an unseren Vorstandsvorsitzenden berichtet. Damit werden strategische Kontrolle und Integrierung sichergestellt. Das Team ist für die Koordination, die Überwachung der Fortschritte und die Weiterentwicklung unserer Klimastrategie verantwortlich und integriert Aktionspläne über alle relevanten Unternehmensfunktionen hinweg.
adidas Klimastrategie: Hebel und Ziele 20301
Finanzielle Aspekte unserer Klimastrategie
Die Umsetzung unserer Klimastrategie erfordert kontinuierliche Investitionen, sowohl an unseren eigenen Standorten als auch in Zusammenhang mit unserer vorgelagerten Wertschöpfungskette. Bei Maßnahmen an unseren eigenen Standorten werden diese Investitionen von adidas getätigt, während Maßnahmen in der vorgelagerten Wertschöpfungskette größtenteils direkt von unseren Zulieferern finanziert werden müssen. Dies kann sich indirekt auf uns auswirken, und zwar über die Produktkosten, die sich in den Umsatzkosten von adidas niederschlagen. Aufgrund der sich verändernden Natur des Themas und um Marktentwicklungen (z.B. zunehmende Verfügbarkeit von erneuerbaren Energien in verschiedenen Regionen, Verbesserungen des Energiemix in verschiedenen Ländern), technologische Entwicklungen und Veränderungen in unserem eigenen Anlagenportfolio und dem unserer Zulieferer besser berücksichtigen zu können, werden Investitionen zu gegebener Zeit und fortlaufend beschlossen und umgesetzt. Eine genaue Quantifizierung der erwarteten Auswirkungen auf die Umsatzkosten, OpEx und CapEx bis 2030 muss noch erfolgen. Wir halten die Auswirkungen jedoch für tragbar, da wir von einer insgesamt positiven Entwicklung des Unternehmens und seiner Finanzlage ausgehen, über ausreichend Zeit für die Umsetzung von Maßnahmen zur Risikominderung verfügen und Effizienzsteigerungen in unserer Beschaffungskette erwarten. Die Finanzierung der Klimastrategie von adidas soll größtenteils aus dem operativen Cashflow erfolgen. Unter Berücksichtigung unserer Finanzkennzahlen, unseres Liquiditätsprofils und unserer Finanzpolitik wird unsere Fähigkeit, unsere Klimastrategie zu finanzieren, als ausreichend eingeschätzt.
Da die Kerngeschäftsaktivitäten von adidas derzeit nicht unter die EU-Taxonomieverordnung fallen, sind die in diesem Bericht vorgestellten Taxonomie-KPIs keine aussagekräftigen Indikatoren für die Robustheit und Effektivität unserer Klimastrategie. Die Ausrichtung taxonomiefähiger Wirtschaftstätigkeiten hätte keinen wesentlichen Einfluss auf den Fortschritt unserer Klimaziele. Wir konzentrieren uns daher weiterhin auf die Initiativen, die – aus unserem Blickwinkel – die Erreichung unserer Klimaziele am effektivsten unterstützen. SIEHE EU-TAXONOMIE
In Übereinstimmung mit der SBTi sind Treibhausgasemissionen aus der Kategorie 3.11 ‚Nutzung verkaufter Produkte‘ von unseren kurz- und langfristigen Reduktionszielen ausgenommen. Folglich stellen potenzielle sogenannte Locked-in-Treibhausgasemissionen aus der Nutzung unserer Produkte kein Risiko für das Erreichen unserer Ziele dar, und es werden keine speziellen Maßnahmen zum Umgang mit Locked-in-Treibhausgasemissionen aus der Nutzungsphase unserer verkauften Produkte für notwendig erachtet. Darüber hinaus wirken sich potenzielle Locked-in-Treibhausgasemissionen aus wesentlichen Vermögenswerten unserer physischen Infrastruktur in Form von Immobilien, Anlagen und Equipment sowie Vermögenswerten mit Nutzungsrechten (geleaste Vermögenswerte) auf die Scope-1- und Scope-2-Emissionen im Rahmen des Hebels für die Dekarbonisierung an unseren eigenen Standorten aus. Diese Treibhausgasemissionen machen weniger als 2 % des CO2e-Fußabdrucks von adidas aus und stellen daher kein wesentliches Risiko für das Erreichen unserer klimabezogenen Ziele dar. Weiterführende Details zum Fortschritt unserer Maßnahmen finden sich in folgendem Abschnitt: SIEHE ESRS E1-3 – MASSNAHMEN UND MITTEL IM ZUSAMMENHANG MIT DEN KLIMAKONZEPTEN
1 Das Klimamodellierungs-Tool enthielt Indikatoren auf der Basis der aktuellsten Empfehlungen des IPCC. Für physische Risiken umfasste es die Exposition gegenüber ausgewählten Klimagefahren – wie Wind, Überschwemmungen, Lawinen, Erdrutsche, Extremtemperaturen, Waldbrände, Schneefall, Erdbeben und Bodenverflüssigung – unter Verwendung spezifischerer Klimaindikatoren. Für Übergangsrisiken wurden die Shared Socioeconomic Pathways (SSP) Szenarien und die sechs in der dritten Version des Network for Greening the Financial System (NGFS) untersuchten Szenarien verwendet, um maßgeschneiderte Übergangsindikatoren zu berechnen.
2 Das Central Banks and Supervisors Network for Greening the Financial System (NGFS) ist ein globaler Zusammenschluss von Zentralbanken und Finanzaufsichtsbehörden, die gemeinsam daran arbeiten, die Fähigkeit des Finanzsystems zu stärken, klima- und umweltbezogene Risiken zu bewältigen und den Übergang zu einer nachhaltigen, kohlenstoffarmen Wirtschaft zu unterstützen.
3 In Abstimmung mit den SBTi-Kriterien verfolgen wir das Netto-Null-Ziel, indem wir alle möglichen absoluten CO2e-Emissionen um mindestens 90 % gegenüber Basisjahr 2022 durch direkte Reduktionsmaßnahmen einsparen und verbleibende Treibhausgasemissionen durch dauerhafte CO2e-Entfernung und -Speicherung neutralisieren.
4 Die Zielvorgabe umfasst biogene Emissionen und den Abbau von Bioenergie-Rohstoffen.