Geschäftsbericht 2025

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Fußballspieler im blauen Japan-Trikot von adidas lächelt im Stadion. (Foto)

Management der Auswirkungen, Risiken und Chancen

E3-1 – Konzepte im Zusammenhang mit Wasser- und Meeresressourcen

E3-1 – Konzepte im Zusammenhang mit Wasser- und Meeresressourcen

Konzepte1

 

Inhalt

 

Umfang

 

Verantwort­lichkeit auf höherer Ebene

 

Standards/
Initiativen von Dritten

 

Stakeholder-
berück­sichtigung

 

Verfügbarkeit

Umweltrichtlinien

(WV, WE, WA)

 

Beschreibt Möglichkeiten zur Prävention von Umweltverschmutzung, zum Management und zur Kontrolle von Umweltauswirkungen sowie zur Vermeidung der Erschöpfung natürlicher Ressourcen; umfasst Wassereffizienz und Anforderungen zur Wasserentnahme und
-einsparung

 

Vorgelagert
(Tier-1- und Tier-2-Zulieferer)

 

SVP Product Development & Sourcing

 

Leitlinien der WHO für die Trinkwasserqualität2

 

adidas Zulieferer, betroffene Gemeinschaften, ZDHC

 

Verfügbar auf der Unternehmens­website

Richtlinie zum Wassermanagement

(WV, WE, WA)

 

Beschreibt unseren Ansatz zum Wassermanagement in vorgelagerten Fertigungsaktivitäten und verlangt von den Zulieferern die Implementierung verantwortungsbewusster und wissenschaftlich fundierter Praktiken

 

Vorgelagert
(Tier-1- und Tier-2-Zulieferer)

 

SVP Product Development & Sourcing

 

Science Based Targets Network (SBTN)

 

adidas Zulieferer, betroffene Gemeinschaften

 

Verfügbar auf dem Zulieferer-SharePoint

1

Wesentliche Themen, die in den Konzepten und Leitlinien adressiert werden, werden wie folgt abgekürzt:

WV – Wasserverbrauch

WE – Wasserentnahme

WA – Wasserableitung

adidas Umweltrichtlinien

Unsere adidas Umweltrichtlinien legen konkrete und messbare Ziele für Zulieferer fest, deren Produktionsstätten wasserintensive Prozesse umfassen (hauptsächlich Tier-2-Zulieferer). Tier-1-Zulieferer dagegen verfolgen einen Ansatz zur Selbstregulation und werden angehalten, ihre Wassereffizienz kontinuierlich zu verbessern und ihren Verbrauch zu senken. Wir teilen allen betroffenen Zulieferern die Ziele und damit verbundenen Vorgaben unserer adidas Umweltrichtlinien mit, darunter spezifische Anforderungen aus Abschnitt ‚Wassereinsparung und Zugang zu Wasser’. Wir erwarten von unseren Zulieferern, dass sie mindestens die folgenden Punkte einhalten:

  • Eine Wasserentnahme aus Oberflächen- oder Grundwasser muss den örtlichen Vorschriften entsprechen und durch die zuständigen Behörden genehmigt werden.

  • Eine illegale Wasserentnahme ist verboten.

  • Eine verantwortungsvolle Wasserentnahme und ein verantwortungsvoller Wasserverbrauch müssen gewährleistet werden. Zudem wird Zulieferern dringend empfohlen, Praktiken zur Wasseraufbereitung und -wiederverwendung einzuführen, um die Gesamtwasseraufnahme zu minimieren.

Richtlinie zum Wassermanagement

Unsere Richtlinie zum Wassermanagement steht im Einklang mit unseren adidas Umweltrichtlinien. Ziel der Richtlinie ist es, der Entnahme und Ableitung von Wasser entgegenzuwirken, indem eine kontinuierliche Reduzierung des Wasserverbrauchs in unserer vorgelagerten Wertschöpfungskette, in der Fertigungsprozesse mit hohem Wasserverbrauch zu finden sind, gefördert wird. Die Richtlinie gilt für 80 % unserer Tier-1- und Tier-2-Zulieferer, basierend auf dem Beschaffungswert.1 Dies umfasst auch Zulieferer, die sich gemäß der Wasserrisikobewertung von adidas in Wasserrisikobereichen befinden können. Basierend auf wissenschaftlichen Rahmenwerken wie SBTN unterstützt die Richtlinie verschiedene Maßnahmen zum Schutz der Wasserressourcen, darunter Wasserspar- und Wiederverwertungspraktiken sowie die Verbesserung der sanitären Bedingungen in Produktionsstätten. Darüber hinaus fördert unsere Richtlinie ein verantwortungsbewusstes Abwassermanagement, um Risiken für die Wasserqualität im Zusammenhang mit den Aktivitäten der oben genannten Zulieferer zu mindern.

Die Zulieferer sind verpflichtet, unsere Richtlinien einzuhalten, die einen verantwortungsvollen Umgang mit Wasser vorschreiben, einschließlich des Managements der Wasserentnahme und -ableitung. Wir ermutigen unsere Zulieferer, ihre Wassereffizienz und die Qualität ihrer Wasserableitungen kontinuierlich zu verbessern, um ihre Umweltbelastung zu reduzieren. Die Einhaltung und Umsetzung dieser Richtlinien und Ziele wird jährlich durch unabhängige Audits von Dritten überprüft.

Die Richtlinien, Maßnahmen und Ziele in Bezug auf die Wasserqualität, insbesondere zu Wasserverschmutzung, Abwassermanagement und Mikrofasern in unserer Beschaffungskette, sind in allen Abschnitten von E2 detailliert beschrieben. Weitere Informationen sind zu finden unter: siehe ESRS E2 – Umweltverschmutzung

E3-2 – Maßnahmen und Mittel im Zusammenhang mit Wasser- und Meeresressourcen

Unsere Maßnahmen in Bezug auf wesentliche Themen beziehen sich auf unsere vorgelagerte Beschaffungskette. Sie stehen im Einklang mit unserer Richtlinie zum Wassermanagement sowie unserer adidas Umweltrichtlinien und zielen darauf ab, die wesentlichen Wasserthemen in unserer vorgelagerten Beschaffungskette ganzheitlich anzugehen. Mithilfe dieser Maßnahmen wollen wir den Wasserverbrauch und die Wasserentnahme überwachen, die Wasserableitung verbessern und die Wassereffizienz sowie ein nachhaltiges Wassermanagement in unserer vorgelagerten Wertschöpfungskette vorantreiben. Gemeinsam tragen sie zur Umsetzung der Richtlinien und zur Erreichung des Ziels der Verringerung der Wasserintensität auf Ebene der Beschaffungskette bei. Unsere Maßnahmen befassen sich mit allen wesentlichen Auswirkungen, Risiken und Chancen, die in Abschnitt SBM-3 – ,Wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen und ihre Wechselwirkung mit Strategie und Geschäftsmodell’ – identifiziert wurden.

Diese Maßnahmen werden hauptsächlich von unserem Sourcing-Sustainability-Team durchgeführt und überwacht, das in unseren wichtigsten Beschaffungsländern tätig ist. Das Team bietet Schulungen zum Kapazitätsaufbau und technische Beratung für einzelne Zulieferer (Tier 1 und Tier 2) zu verbesserungswürdigen Bereichen an, wobei der Schwerpunkt auf Ressourceneffizienz und verantwortungsvollen Managementpraktiken liegt. Die Zusammenarbeit mit Stakeholdern und deren Einbindung werden durch das Sustainability-and-ESG-Team in Abstimmung mit dem Sourcing-Sustainability-Team vorangetrieben.

Im Berichtsjahr hat adidas folgende Maßnahmen im Bereich der Wasserwirtschaft durchgeführt:

  • Festlegung von Zielen für die vorgelagerte Beschaffungskette: Um die Entnahme von Wasser aus natürlichen Quellen zu reduzieren, erkennt adidas die Bedeutung eines verantwortungsvollen Wassermanagements und klarer Ziele zur Reduktion an. Aufbauend auf den Fortschritten der letzten fünf Jahre verpflichten wir uns, die Wiederverwendung und das Recycling von Wasser in unseren Fertigungsprozessen weiter voranzutreiben. 2025 haben wir uns ein neues Fünfjahresziel gesetzt, wonach wir bei unseren Tier-1- und Tier-2-Zulieferern eine Wasserrecyclingquote von 40 % erreichen wollen. Wir sind überzeugt, dass solche Ziele ein nachhaltiges Unternehmenswachstum fördern und langfristig zur Minderung der Wasserverknappung in den Regionen beitragen, in denen unsere Zulieferer tätig sind.

  • Fortlaufende technische Unterstützung, Überwachung und Berichterstattung: Seit über zehn Jahren überwacht adidas monatlich den Wasserverbrauch und die Durchflussmengen an wichtigen Produktionsstätten. Regionale Teams verfolgen und melden Wasserverbrauch und Wasserableitung systematisch mithilfe des Einsatzes von individuellen Zählern. Dadurch können Wasserlecks, Abweichungen vom normalen Verbrauch und Verbesserungsmöglichkeiten frühzeitig erkannt werden. Jede Anomalie löst sofortige Korrekturmaßnahmen aus, für deren Umsetzung die Zulieferer verantwortlich sind. Bei Bedarf erhalten sie Unterstützung durch die regionalen Teams bei der Nachverfolgung und Behebung. Zudem bieten wir unseren Zulieferern technische Beratung an und fördern Best Practices wie die Wiederverwendung von Kühlwasser und die Installation von Umkehrosmosesystemen zur Abwasserbehandlung. Um die Wassereffizienz weiter zu verbessern und unsere Wasser- und Umweltziele zu erreichen, sind in unseren adidas Umweltrichtlinien wichtige Maßnahmen für das Recycling und die Rückgewinnung von Wasser in Zulieferbetrieben beschrieben. Dazu gehören das Auffangen von Regen- und Niederschlagswasser, ein ‚Design-for-Zero-Discharge‘-Ansatz sowie die Wiederaufbereitung von Abwasser in Produktionsprozessen und Kühltürmen, die Verwendung lokaler Kreislaufsysteme, die Wiederverwendung und das Recycling von Kühlturmabwasser und die Begrenzung von Kondensator- oder Kühlturmabwasser auf das erforderliche Minimum, um die Ansammlung von gelösten Feststoffen zu verhindern. Zudem beauftragen wir externe Experten, Produktionsstätten vor Ort zu besuchen und bieten Zulieferern technische Unterstützung bei der Umsetzung der Maßnahmen.

  • Überprüfung durch Dritte: Alle oben genannten Maßnahmen und Daten, die von unseren Tier-1- und Tier-2-Zulieferern gemeldet werden, werden von externen Expert*innen überprüft. Diese beraten uns auch zu weiteren Wassereinsparpraktiken und stellen jährlich die Einhaltung unserer Standards und Richtlinien sicher. Wir führen jährliche Überprüfungszyklen durch, um unser Wassermanagementprogramm auf Tier-2-Ebene zu bewerten. Bei der Überprüfung der Bereiche des Wassermanagements wurden keine größeren Bedenken festgestellt. Die Fortschritte bei der Reduzierung der Wasserintensität werden im Abschnitt E3-3 Ziele hervorgehoben.

  • Dialog und Zusammenarbeit mit Stakeholdern: Im Jahr 2025 hat adidas seine Teilnahme am Dialog innerhalb der Nachhaltigkeits-Community – sowohl mit anderen Unternehmen der Branche als auch entlang der gesamten Beschaffungskette – ausgebaut, um verantwortungsbewusstes Handeln in Bezug auf Wasser und Umweltverschmutzung voranzutreiben. Wir haben Initiativen zur Bewusstseinsbildung in Form von Webinaren und Treffen für Zulieferer organisiert, um Best Practices und Branchenwissen auszutauschen. Die kontinuierliche Zusammenarbeit mit Organisationen wie der Leather Working Group (LWG) und der Better Cotton Initiative (BCI) hat zur Entwicklung von Umweltstandards für Rohstoffe beigetragen, mit Schwerpunkt auf Wassermanagement in Gerbereien und landwirtschaftlichen Betrieben, Bodengesundheit und dem verantwortungsvollen Einsatz von Pestiziden. Um diese Verpflichtungen in die Praxis umzusetzen, hat adidas während der Produktdesignphase bevorzugt zertifizierte Materialien beschafft, darunter LWG-zertifiziertes Leder sowie von Dritten zertifizierte Baumwolle. Mit diesem Ansatz wird eine solide Wasserressourcenplanung gewährleistet und unsere wesentlichen Auswirkungen, Risiken und Chancen im Zusammenhang mit Wasser werden über anerkannte Zertifizierungen angegangen.

  • Interne Lerneinheiten und Innovation für Wassermanagement: Im Jahr 2025 hat adidas mit verschiedenen Stakeholdern seiner Beschaffungskette, darunter auch ein Tier-4-Zulieferer, Lerneinheiten veranstaltet, um branchenübergreifende Herausforderungen im Zusammenhang mit Wasserentnahme und Wasserverbrauch in der Textil- und Landwirtschaft anzugehen. Im Mittelpunkt dieser Lerneinheiten stand die Suche nach innovativen Lösungen, wie beispielsweise fortschrittlichen Recyclingsystemen und digitalen Überwachungstechnologien, um die Belastung auf Wasser entlang der gesamten Beschaffungskette zu reduzieren. Durch die Einbindung von sowohl externen Stakeholdern als auch von Beschäftigten hat diese Initiative die Bedeutung eines effektiven Wassermanagements unterstrichen und ein größeres Bewusstsein sowie mehr Engagement auf allen Unternehmensebenen gefördert.

  • Bewertung des Wasserrisikos entlang der Beschaffungskette: Im Jahr 2025 haben wir ein Wasserrisiko-Mapping durchgeführt, das Bereiche mit hohem Wasserverbrauch für unsere Tier-1- und Tier-2-Zulieferer sowie für unsere eigenen und die von uns verwalteten Standorte umfasste. Die Bewertung erfolgte mit dem WRI Aqueduct 4.0. Ziel war es, die mit den Aktivitäten unserer lokalen Zulieferer in ihren Betriebsgebieten verbundenen Wasserrisiken zu verstehen, um anschließend fundierte Entscheidungen zum Schutz unserer langfristigen Geschäftstätigkeiten zu treffen. In Bezug auf unsere Zulieferer beabsichtigen wir, diese Erkenntnisse in unsere Kommunikationskanäle einzubeziehen, um Pläne zur Minderung und Anpassung an die ermittelten Wasserrisiken zu erstellen.

  • Grundlage für Science-Based Targets for Nature gelegt: Im Jahr 2025 haben wir Schritte eins und zwei des Rahmenwerks von Science Based Targets Network (SBTN) für naturbezogene Ziele erfolgreich abgeschlossen und damit einen wichtigen Meilenstein in unserem Bekenntnis zum Ergreifen von Maßnahmen erreicht. Schritt eins umfasste die Durchführung einer umfassenden Wesentlichkeitsbewertung, um unsere relevantesten Auswirkungen und Abhängigkeiten von der Natur zu identifizieren. So konnten wir sicherstellen, dass sich unsere Maßnahmen auf die Bereiche konzentrieren, die für unsere Aktivitäten und Materialien in unserer Beschaffungskette am wichtigsten sind. Schritt zwei ermöglichte es uns, ein tiefes Verständnis für unseren Fußabdruck in wichtigen Umweltbereichen – Süßwasser, Land, Biodiversität und Klima – zu gewinnen und damit die Grundlage für die Festlegung wissenschaftlich fundierter Ziele für die Natur zu schaffen. Diese Schritte haben nicht nur unsere strategische Ausrichtung an den Zielen von adidas zur Dekarbonisierung und Vermeidung von Entwaldung verbessert, sondern auch unsere Datenkompetenzen und die funktionsübergreifende Zusammenarbeit gestärkt. Darüber hinaus sind wir überzeugt, dass uns diese Schritte dabei helfen werden, in den nächsten Phasen bedeutende Veränderungen voranzutreiben, insbesondere bei Aktivitäten im Zusammenhang mit Süßwasser in unserer Beschaffungskette. Die Ergebnisse in Bezug auf Süßwasser werden als Grundlage für die nächste Phase der Zielsetzung für unsere Beschaffungskette und für unsere eigenen Standorte dienen.

Unsere Maßnahmen zur Wasserqualität, einschließlich der Umweltverschmutzung durch Abwasser, sowie Informationen zum Abwasserrecycling in unserer Beschaffungskette sind in E2-2 – Maßnahmen und Mittel im Zusammenhang mit Umweltverschmutzung aufgeführt. Maßnahmen zur Reduzierung von Plastik in unseren Produkten sind in E5-2 – Maßnahmen und Mittel im Zusammenhang mit Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft aufgeführt. Siehe ESRS E2-2 – massnahmen und mittel im zusammenhang mit Umweltverschmutzung Siehe ESRS E5-2 – massnahmen und mittel im zusammenhang mit Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft

1 Sofern nicht anders angegeben, gilt dieser Geltungsbereich für E3-1, E3-2 und E3-3, wenn auf Tier-1- und Tier-2-Zulieferer Bezug genommen wird.