Geschäftsbericht 2025

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Fußballspieler im blauen Japan-Trikot von adidas lächelt im Stadion. (Foto)

Management der Auswirkungen, Risiken und Chancen

E4-2 – Konzepte im Zusammenhang mit biologischer Vielfalt und Ökosysteme

E4-2 – Konzepte im Zusammenhang mit biologischer Vielfalt und Ökosystemen

Konzepte1, 2

 

Inhalt

 

Umfang

 

Verantwort­lichkeit auf höherer Ebene

 

Standards/
Initiativen von Dritten

 

Stakeholder­berück­sichtigung

 

Verfügbarkeit

Biodiversitäts- und Ökosystemrichtlinie (KW, LSMNÄ, AAZÖ, AAÖD)
(B, P, V)

 

Beschreibt unseren Ansatz zu Biodiversität und wie wir bis 2030 oder früher Lieferketten erreichen wollen, die frei von Entwaldung und Umwandlung von Land sind, einschließlich Menschenrechte und Inputs für Biodiversitätsbewertungen. Adressiert unsere IROs und nennt die Biodiversitätsziele von adidas

 

Vorgelagert und eigene Standorte

 

SVP Sustainability and ESG

 

Kunming-Montreal Global Biodiversity Framework,
Accountability Framework Initiative (AFI), SBTi und SBTN, UN-Erklärung über die Menschenrechte indigener Völker, ILO-Konvention 169 (Rechte für indigene Völker), UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte

 

Externe Stakeholder (NGOs), Gesetzgebung und interne Stakeholder

 

Verfügbar auf der Unternehmens­website

Richtlinie zur Kontrolle und Überwachung von Gefahrstoffen (A01) (AAZÖ, AAÖD)
(B, P)

 

Verbietet die Verwendung von Chemikalien, die als schädlich oder giftig gelten, und beschränkt die Verwendung von Materialien tierischen Ursprungs, z.B. Ausschluss der Beschaffung oder Verarbeitung von Rohstoffen gefährdeter oder bedrohter Arten

 

Vorgelagert
(Tier-1- und Tier-2-Zulieferer)

 

SVP Product Development & Sourcing, General Counsel

 

WFSGI, IUCN, ILO, AFIRM

 

Externe Stakeholder (NGOs), Gesetzgebung und Erwartungen der Konsument*innen

 

Verfügbar auf der Unternehmens­website

Standards für Materialien tierischen Ursprungs (AAZÖ, AAÖD)
(B, P, V)

 

Legt die Anforderungen für die Beschaffung Materialien tierischen Ursprungs fest und schließt die Beschaffung von gefährdeten oder bedrohten Arten aus

 

Vorgelagert

 

SVP Sustainability and ESG

 

World Organization for Animal Health), IUCN, Leather Working Group, Materials Matter Standards (Textile Exchange)

 

n.a.

 

Verfügbar auf der Unternehmens­website

Standardarbeitsanweisung (SOP) zur verantwortungsvollen Beschaffung von Kunststoffen (KW, LSMNÄ, AAZÖ, AAÖD)
(B, V)

 

Beschreibt die Beschaffungserwartungen sowie Praktiken zur Bewertung von biobasierten Kunststoffen in Hinblick auf ökologische und soziale Auswirkungen, zur Einschränkung bestimmter Rohstoffe im Zusammenhang mit einem hohen Risiko der Entwaldung in ihrer Lieferkette

 

Vorgelagert

 

SVP Product Development & Sourcing

 

Standards von Textile Exchange: Verweisen auf die von WRI Global Forest Review und WWF Deforestation Fronts definierten sieben hochrisikobehafteten Güter

 

n.a.

 

Direkt mit Zulieferern geteilt

1

Wesentliche Themen, die in den Konzepten und Leitlinien adressiert werden, werden wie folgt abgekürzt:

KW – Klimawandel.

LSMNÄ – Landnutzungsänderungen, Süßwasser- und Meeresnutzungsänderungen.

AAZÖ – Auswirkungen auf das Ausmaß und den Zustand von Ökosystemen.

AAÖD – Auswirkungen auf und Abhängigkeiten von Ökosystemdienstleistungen.

 

2

Themen, die in den Konzepten und Leitlinien adressiert werden, werden wie folgt abgekürzt:

B – Beschaffung aus Ökosystemen, die so bewirtschaftet werden, dass die Bedingungen für die biologische Vielfalt erhalten bleiben.

P – Produktion in Ökosystemen, die so bewirtschaftet werden, dass die Bedingungen für die biologische Vielfalt erhalten bleiben.

V – Verbrauch aus Ökosystemen, die so bewirtschaftet werden, dass die Bedingungen für die biologische Vielfalt erhalten bleiben.

Naturstrategie und Biodiversitäts- und Ökosystemrichtlinie

Die Naturstrategie von adidas beschreibt unser Bestreben, bis 2030 oder früher über Beschaffungsketten zu verfügen, die ‚DCF‘ (deforestation- and conversion-free), also frei von Entwaldung und Umwandlung von Land sind. Dies umfasst auch die Berücksichtigung von Menschenrechten sowie die Ausrichtung an den Dekarbonisierungszielen des Unternehmens. Der Fokus der Strategie liegt auf unserer vorgelagerten Beschaffungskette, insbesondere auf der Beschaffung von Materialien, die mit Risiken der Entwaldung verbunden sind, wie Leder, Naturkautschuk und Holz. Gleichzeitig zielt die Strategie auf die Einhaltung von Vorschriften und die Reduktion indirekter Kohlenstoffemissionen im Zusammenhang mit Landnutzung ab.

Im Jahr 2025 haben wir die adidas Biodiversitäts- und Ökosystemrichtlinie1 eingeführt, um diese Strategie in unsere gesamten operativen Abläufe und unsere Beschaffungskette zu integrieren. Die Richtlinie definiert unsere DCF-Ziele und -Maßnahmen zur Bewältigung unserer wichtigsten Auswirkungen, Risiken und Chancen (IROs) im Zusammenhang mit dem Klimawandel, Landnutzungsänderungen, der Gesundheit von Ökosystemen und Ökosystemdienstleistungen. Sie dient als übergreifendes Regelwerk für funktionale Richtlinien und Standardarbeitsanweisungen (SOPs), die als Orientierung für Biodiversitätsmaßnahmen im gesamten Unternehmen dienen. Diese gelten für alle adidas Standorte, einschließlich derjenigen in oder in der Nähe von biodiversitätssensiblen Gebieten. Nach Einführung der Biodiversitäts- und Ökosystemrichtlinie haben wir damit begonnen, alle relevanten Funktionen in die Implementierung einzubeziehen, um gemeinsam Maßnahmenpläne zu erstellen, die mit den Zielen der Richtlinie in Einklang stehen. Durch die Veröffentlichung unserer Verpflichtungen bekräftigen wir unser Engagement für Zusammenarbeit und Innovation in den Bereichen unserer Beschaffungskette, in denen die Naturbelastung am größten ist. Wir sind davon überzeugt, dass diese Richtlinie, in Verbindung mit unserer breiter angelegten Strategie, dazu beitragen wird, wichtige Abhängigkeiten und Belastungen im Bereich der biologischen Vielfalt in unserer Beschaffungskette anzugehen.

Richtlinie zur Kontrolle und Überwachung von Gefahrstoffen

Unsere Richtlinie A-01 zur Kontrolle und Überwachung von Gefahrstoffen verbietet die Verwendung schädlicher oder giftiger Chemikalien in der Produktion und schränkt die Verwendung von Materialien tierischen Ursprungs von gefährdeten oder bedrohten Arten gemäß der Definition der Roten Liste der IUCN ein. Diese Richtlinie unterstützt zudem unsere Bemühungen zum Schutz von Ökosystemen und Arten.

Standards für Materialien tierischen Ursprungs2

adidas verpflichtet sich, Materialien tierischen Ursprungs auf humane, ethisch vertretbare und nachhaltige Weise zu beschaffen, die dem Tier- und Artenschutz Rechnung trägt. Unsere Standards für Materialien tierischen Ursprungs verbieten die Verwendung oder Verarbeitung bestimmter Materialien und legen Mindeststandards für die Beschaffung fest. Durch die Priorisierung zertifizierter Materialien fördern wir nachhaltige Bodennutzungs- und Landwirtschaftspraktiken, den Schutz von Weidelandschaften und die Verringerung negativer Auswirkungen von Landnutzungsänderungen. Diese Standards werden durch SOPs umgesetzt, in denen die Anforderungen an die Zertifizierung, Rückverfolgbarkeit und verantwortungsvolle Beschaffung detailliert festgelegt sind.

Standardarbeitsanweisung zur verantwortungsvollen Beschaffung von Kunststoffen

Um die Abhängigkeit von fossilen Ressourcen zu verringern, verzichtet adidas zunehmend auf den Einsatz primärer fossiler Materialien und setzt stattdessen auf recycelte oder erneuerbare Alternativen, wie beispielsweise biobasierte Rohstoffe. Dieser Übergang trägt dazu bei, endliche Ressourcen zu schonen, unsere Treibhausgasbilanz zu verringern und den Druck auf die Natur zu reduzieren. Weitere Informationen zu erneuerbaren Materialien aus nachhaltiger Beschaffung3 sind in E5-1 – Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft aufgeführt. Bei der Herstellung von Kunststoffen und Synthetikprodukten können biobasierte Rohstoffe bestimmte chemische Bausteine ersetzen, die traditionell aus fossilen Brennstoffen gewonnen werden. Bevor wir biobasierte Rohstoffe in unser Materialportfolio aufnehmen, führen wir eine umfassende Folgenabschätzung unter Verwendung einer Multifaktorenanalyse durch. Rohstoffe, die mit Entwaldung in Verbindung stehen, werden entweder ausgeschlossen oder müssen zertifiziert sein, um eine verantwortungsvolle Forst- und Landbewirtschaftung sicherzustellen. Darüber hinaus werden alle Rohstoffe hinsichtlich ihrer Herkunft, ihrer Umweltauswirkungen und potenzieller sozialer und menschenrechtlicher Risiken bewertet. Diese Anforderungen sind in unsere Biodiversitäts- und Ökosystemrichtlinie eingebettet und werden durch die Standardarbeitsanweisung zur verantwortungsvollen Beschaffung von Kunststoffen umgesetzt. siehe esrs E5-1 – Konzepte im zusammenhang mit Ressourcennutzung und kreislaufwirtschaft

Zusätzliche Aspekte

  • Rückverfolgbarkeit und Auswirkungen auf Ökosysteme: Rückverfolgbarkeit ist von zentraler Bedeutung, um unsere IROs im Bereich der biologischen Vielfalt zu verstehen und anzugehen. Durch die Verbesserung der Rückverfolgbarkeit von Materialien kann adidas die lokalen Auswirkungen auf Ökosysteme und Ökosystemdienstleistungen besser bewerten und reduzieren und sich gemeinsam mit anderen für Lösungen engagieren, die den Druck auf die Natur verringern. Die Erwartungen an die Rückverfolgbarkeit sind in unserer Biodiversitäts- und Ökosystemrichtlinie und den entsprechenden SOPs aufgeführt.

  • Menschenrechtsaspekte: adidas achtet sowohl in seiner eigenen Geschäftstätigkeit als auch entlang seiner gesamten Wertschöpfungskette die international anerkannten Menschenrechte. Unsere Biodiversitäts- und Ökosystemrichtlinie bezieht Menschenrechte und Lebensgrundlagen ausdrücklich mit ein, verweist auf unsere Richtlinie zum Schutz der Menschenrechte, erkennt die Verflechtung zwischen ökologischen und sozialen Risiken an und stellt sicher, dass unser Ansatz zur biologischen Vielfalt auch Menschenrechtsaspekte entlang der gesamten Wertschöpfungskette berücksichtigt. Siehe eSRS S2 – ARBEITSKRÄFTE IN DER WERTSCHÖPFUNGSKETTE siehe ESRS S3 – BETROFFENE GEMEINSCHAFTEN

  • Andere Richtlinien: Unser Ansatz zur Biodiversität wird durch Richtlinien zu Klimawandel, Umweltverschmutzung, Wasser- und Meeresressourcen sowie Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft unterstützt. Beispielsweise fördert unsere Klimastrategie alternative Materialien und Prozesse, die Landnutzungsänderungen adressieren, während unsere adidas Umweltrichtlinien die Umweltverschmutzung minimieren und Lebensräume schützen. Diese integrierten Richtlinien unterstützen einen ganzheitlichen Ansatz zur Verringerung der Belastungen der biologische Vielfalt und orientieren sich an internationalen Rahmenwerken wie dem Kunming-Montreal Global Biodiversity Framework und dem Science Based Targets Network (SBTN). Die Richtlinien sind in den jeweiligen themenbezogenen Standards aufgeführt. SIEHE ESRS E1-2 – KONZEPTE IM ZUSAMMENHANG MIT DEM KLIMASCHUTZ UND DER ANPASSUNG AN DEN KLIMAWANDEL SIEHE ESRS E2-1 – KONZEPTE IM ZUSAMMENHANG MIT UMWELTVERSCHMUTZUNG siehe esrs e3-1 – konzepte im zusammenhang mit wasser- und meeresressourcen SIEHE ESRS E5-1 – KONZEPTE IM ZUSAMMENHANG MIT RESSOURCENNUTZUNG UND KREISLAUFWIRTSCHAFT

E4-3 – Maßnahmen und Ressourcen in Bezug auf Biodiversität und Ökosysteme

Aufgrund der komplexen Strukturen der Beschaffungsketten in unserer Branche liegt ein Hauptaugenmerk unserer Aktivitäten darauf, die Herkunft und die jeweiligen Auswirkungen der von uns verwendeten Rohstoffe auf die Biodiversität zu verstehen. Daher haben wir uns 2025 weiter darauf konzentriert, die Transparenz und Rückverfolgbarkeit von Materialien zu verbessern, indem wir ein Mapping der vorgelagerten Wertschöpfungsketten von wichtigen Materialien durchgeführt und durch unsere Teilnahme an mehreren Arbeitsgruppen aktiv zur Entwicklung branchenweiter Lösungen für die Rückverfolgbarkeit von Materialien beigetragen haben. Höchste Priorität hatten dabei Materialien, die mit einem vom Menschen verursachten Entwaldungsrisiko verbunden sind (in unserem Fall Leder, Naturkautschuk und aus Holz gewonnene Materialien), gefolgt von Baumwolle als dem am häufigsten in unserem Portfolio verwendeten aus der Natur gewonnenen Material. Darüber hinaus haben wir die Biodiversitäts- und Ökosystemrichtlinie sowie Standardarbeitsanweisungen (SOPs) ausgearbeitet, um die Umsetzung unserer Naturstrategie zu unterstützen.

adidas erkennt die Bedeutung der Rechte und des Wissens indigener Völker und lokaler Gemeinschaften für ein wirksames Biodiversitätsmanagement an. Obwohl wir 2025 nicht direkt mit indigenen Völkern und lokalen Gemeinschaften zusammengearbeitet haben, werden ihre Perspektiven indirekt durch unsere Einhaltung international anerkannter Standards und Zertifizierungen – FSC, Better Cotton Initiative (BCI) und Organic Cotton Accelerator – berücksichtigt. Diese umfassen Kriterien für die Achtung der Rechte indigener Völker, Landbesitz und die Einbeziehung lokalen Wissens in nachhaltige Landbewirtschaftung und Beschaffungspraktiken. Im Jahr 2025 hat adidas direkten naturbasierten Lösungen keine Priorität eingeräumt. Biodiversitätsausgleiche sind derzeit nicht Teil unserer kurz- oder mittelfristigen Maßnahmenpläne, da unsere Strategie Prävention, verantwortungsvolle Beschaffung und die Vermeidung negativer Auswirkungen in den Vordergrund stellt.

Insgesamt tragen die unten aufgeführten Maßnahmen dazu bei, unsere Ziele zu erreichen und alle unsere wesentlichen Auswirkungen, Risiken und Chancen (IROs) im Bereich der biologischen Vielfalt und der Ökosysteme zu adressieren, indem sie gesondert eine oder mehrere der identifizierten wesentlichen IROs angehen. Wir greifen für die Koordination und Überwachung der Maßnahmen auf interne Ressourcen zurück (hauptsächlich aus dem Sustainability-and-ESG-Team). Sofern nicht ausdrücklich anders angegeben, sind alle genannten Maßnahmen fortlaufend.

Im Berichtsjahr hat adidas die folgenden Maßnahmen im Bereich Biodiversität durchgeführt:

  • Entwicklung und Implementierung der Biodiversitäts- und Ökosystemrichtlinie: Im Juni 2025 hat adidas seine Biodiversitäts- und Ökosystemrichtlinie eingeführt, in der unsere Verpflichtungen und Erwartungen hinsichtlich der Auswirkungen des Unternehmens auf die Natur formell festgelegt sind und die unser Ziel unterstützt, die Entwaldung und die Umwandlung von Ökosystemen aus unserer Beschaffungskette zu eliminieren. Die Richtlinie enthält das Feedback aus dem Stakeholder-Dialog, der 2024 mit ausgewählten externen Stakeholdern stattfand. Beispiele für das erhaltene und berücksichtigte Feedback waren: Aufnahme konkreter Formulierungen zur Reduzierung von Primärressourcen und Verweis auf Wiederherstellungspläne im Zusammenhang mit den Geschäftsaktivitäten von adidas. Die Implementierungsphase der Biodiversitäts- und Ökosystemrichtlinie begann in der zweiten Hälfte des Jahres 2025 und bezog alle relevanten Funktionen des Unternehmens mit ein. In diesem Zusammenhang wurden Standardarbeitsanweisungen (SOPs) für naturbasierte Materialien erstellt, und die Funktionen begannen, die Richtlinie in ihre Geschäftstätigkeit zu integrieren und gemeinsam Strategien zur Erreichung der Biodiversitätsziele von adidas zu entwickeln. adidas-group.com/Nachhaltigkeit/richtlinien adidas-group.com/Nachhaltigkeit/Planet

  • Leder: Im Jahr 2025 orientierten sich unsere Maßnahmen im Bereich Leder an drei Hauptzielen der Biodiversitäts- und Ökosystemrichtlinie: Erhöhung der Transparenz in der Beschaffungskette, Stärkung der Zusammenarbeit innerhalb der Branche und Sensibilisierung der Zulieferer. Um die Transparenz zu erhöhen, haben wir ein neues, umfassendes Mapping der Beschaffungskette für alle Lederzulieferer, bei denen wir im Jahr 2025 eingekauft haben, durchgeführt. Dies geschah mit dem Ziel, die Herkunft der Rohstoffe bis zum Schlachthof und, soweit möglich, bis zur Farm zurückzuverfolgen. Mit Unterstützung unserer Zulieferer konnten wir im Rahmen dieses Mappings unser Verständnis bezüglich unserer vorgelagerten Beschaffungskette verbessern. Das Mapping unterstützt uns beim Erreichen unseres Ziels, bis 2030 oder früher Beschaffungsketten für Rindsleder zu haben, die frei von Entwaldung und Umwandlung von Land sind. Darüber hinaus haben wir uns mit indirekten Zulieferern und branchenübergreifenden Partnern ausgetauscht, um Lösungen im Bereich der Zertifizierungen und der Sorgfaltspflicht für eine entwaldungsfreie Beschaffung zu untersuchen. adidas hat sich aktiv an Arbeitsgruppen der Branche beteiligt, darunter die Initiative ‚Deforestation-free Call to Action for Leather‘ von Textile Exchange und die Task Force ‚Chain of Custody‘ der Leather Working Group, um die Entwicklung von Standards für Rückverfolgbarkeit und Protokolle für entwaldungsfreie Produktion voranzutreiben. Des Weiteren haben wir an einem Pilotprojekt des ‚Global Traceability Framework for Beef and Leather‘ teilgenommen, um zur Entwicklung robuster Datenstandards beizutragen. Wir haben unsere DCF-Ziele den Zulieferern durch formelle Mitteilungen, spezielle Meetings und Workshops kommuniziert, um sie für das Thema zu sensibilisieren. Im Rahmen der Umsetzung unserer Richtlinien haben wir unsere Standardarbeitsanweisung zur verantwortungsvollen Lederbeschaffung fertiggestellt, die DCF-Verpflichtungen in umsetzbare Beschaffungsanforderungen für unsere Zulieferer übersetzt. Nach der Entscheidung im Jahr 2024 hat adidas den Einkauf von Känguruleder eingestellt und die Herstellung von Produkten mit diesem Material im Jahr 2025 beendet.

  • Gefährdete oder bedrohte Arten: Im Jahr 2025 setzte adidas seine Verpflichtung fort, keine Rohstoffe von gefährdeten oder bedrohten Arten zu beschaffen oder zu verarbeiten. Dies wurde durch unsere Richtlinien und Leitlinien zur Produktentwicklung sowie durch direkte Interaktion mit unseren Entwicklungsteams zu diesem Thema untermauert. So unterstützen wir die biologische Vielfalt durch den Schutz gefährdeter Arten auf der Grundlage der Roten Liste der IUCN und tragen dazu bei, negative Auswirkungen in unserer vorgelagerten Wertschöpfungskette zu vermeiden. Diese Maßnahme gilt für alle von adidas bezogenen Materialien und steht im Einklang mit unserer Biodiversitäts- und Ökosystemrichtlinie, unserer Richtlinie zur Kontrolle und Überwachung von Gefahrstoffen (A-01) und dem Global Biodiversity Framework (GBF), das sich mit Ökosystemabhängigkeiten und -risiken befasst.

  • Naturkautschuk: Im Jahr 2025 haben wir ein umfassenderes Mapping unserer Beschaffungskette für die Zulieferer für Naturkautschuk, bei denen wir 2025 eingekauft haben, durchgeführt, um die Transparenz zu erhöhen und mögliche Auswirkungen und Risiken im Zusammenhang mit Entwaldung zu verstehen, die in dieser Beschaffungskette vorhanden sein können. Diese umfassendere Untersuchung wurde vom Traceability-Team durchgeführt, und im Gegensatz zur vorherigen Untersuchung wurden Antworten von Tier-4-Zulieferern (und darüber hinaus) in dieser Beschaffungskette im Jahr 2025 eingeholt. Dieses Mapping unterstützt direkt die Implementierung unserer Biodiversitäts- und Ökosystemrichtlinie und Naturstrategie. Ein weiterer Implementierungsschritt im Jahr 2025 war die Übertragung der Erwartungen von adidas in konkrete Maßnahmen für unsere Zulieferer durch die Ausarbeitung der Standardarbeitsanweisung (SOP) für Naturkautschuk. Die Kommunikation unserer DCF-Ziele, also bezüglich einer Beschaffungskette, die frei von Entwaldung und Umwandlung von Land ist, an unsere Zulieferer erfolgte im Rahmen von Schulungen und speziellen Meetings. Darüber hinaus nahm adidas aktiv am vom FSC (Forest Stewardship Council) veranstalteten Runden Tisch zum Thema Naturkautschuk teil, der den Dialog zwischen den Stakeholdern, darunter Kautschukzapfer und ihre Vertreter, fördert, um Herausforderungen anzugehen und eine gerechtere, DCF-konforme Beschaffungskette zu fördern.

  • Holzbasierte Materialien – insbesondere künstliche Zellulosefasern und Papierverpackungen: Um unsere Schritte in Richtung entwaldungsfreier künstlicher Zellulosefasern und Papierverpackungen (die unser weltweites Gesamtvolumen abdecken) zu lenken, hat sich adidas 2023 CanopyStyle und Pack4Good angeschlossen, zwei Initiativen von Canopy Planet, die den Rahmen für gute Beschaffungspraktiken zum Schutz uralter und gefährdeter Wälder setzen. Diese Anforderungen wurden in unsere Biodiversitäts- und Ökosystemrichtlinie mit aufgenommen. In Zusammenarbeit mit Canopy Planet hat adidas im Rahmen unserer Zielsetzungen für entwaldungsfreie Beschaffungsketten und in Verbindung mit unserer Biodiversitätsstrategie mit einem Mapping der künstlichen Zellulosefasern begonnen. Wir haben die Tier-4-Zulieferer, also Faserproduzenten, ermittelt, bei denen unsere Zulieferer einkaufen, und wir werden die Risiken sowie die Fortschritte auf dem Weg zur Erreichung unserer DCF-Ziele bis 2030 weiter überwachen. Durch die 2025 eingeführte Standardarbeitsanweisung für künstliche Zellulosefasern haben wir die Kriterien für die Beschaffung künstlicher Zellulosefasern festgelegt, die nur Zulieferer umfasst, die im Canopy Hot Button Report4 als ‚Dark Green‘ eingestuft wurden und zertifizierte Rohstoffe verwenden. Dies wird dazu beitragen, unsere Ziele in Bezug auf die biologische Vielfalt zu erreichen, aber auch den Einsatz umweltfreundlicherer Chemikalien in den Fertigungsprozessen zu fördern – in Übereinstimmung mit den ZDHC-Parametern und unseren in ESRS E2 – Umweltverschmutzung beschriebenen Erwartungen. In Hinblick auf Papierverpackungen haben wir uns wieder mit vielen internen Teams ausgetauscht, um eine bessere Transparenz über die beschafften Mengen, die verwendeten Zertifizierungen und das Herkunftsland des Materials zu erlangen. Im Jahr 2025 wurde eine funktionsübergreifende Taskforce eingerichtet, um Herausforderungen im Zusammenhang mit unseren Verpflichtungen zur Bekämpfung von Entwaldung und Umwandlung von Land sowie künftigen regulatorischen Anforderungen anzugehen. Eine Strategie zur Bestimmung einer Vergleichsbasis und zur Entwicklung gezielter Maßnahmenpläne wurde vorgestellt. Während unsere Distributionszentren weiterhin die Verpackungsgrößen optimieren, um den Verbrauch von Verpackungsmaterial zu minimieren und die Transporteffizienz zu verbessern, hat adidas bereits Kriterien im Zusammenhang mit der Biodiversitäts- und Ökosystemrichtline in die neue Angebotsanfrage (RFQ – Request for Quotation) für die Beschaffung von Verpackungen aufgenommen.

  • Baumwolle: Seit 2018 bezieht adidas ausschließlich von Dritten zertifizierte Baumwolle (Bio- und Recycling-Baumwolle sowie andere Baumwollstandards). Der Großteil der Baumwolle in unserem Portfolio wird über BCI bezogen, ein Programm, das einen Massenbilanzansatz verwendet und daher nicht bis zum Herkunftsland zurückverfolgt werden kann. Unsere Maßnahmen im Jahr 2025 zielten darauf ab, durch ein Mapping der Beschaffungskette, das auf die relevante vorgelagerte Beschaffungskette weltweit abzielte, mehr Transparenz in Bezug auf das Herkunftsland zu schaffen und unser Baumwollportfolio zu diversifizieren, um letztlich für alle von uns bezogenen Baumwollmengen ein verifiziertes Herkunftsland nachweisen zu können. Nachdem wir uns Traceable Better Cotton angeschlossen haben, mit dem Ziel, Produkte mit Baumwolle der BCI mit Rückverfolgbarkeit bis zum Herkunftsland zu beziehen, haben wir unsere Zulieferer über unsere Pläne informiert, um unser Engagement zu bekräftigen. Zudem arbeiten wir mit dem U.S. Cotton Trust Protocol zusammen, das eine Kontrollkette für Baumwolle bis zum Herkunftsland bereitstellt. Schließlich haben wir unsere Standardarbeitsanweisung zur verantwortungsvollen Beschaffung von Baumwolle ausgearbeitet, welche die Leitlinien von adidas für die Beschaffung und Rückverfolgbarkeit von Baumwolle formalisiert. Diese Schritte sind im Einklang mit unserem Ziel, zu 100 % zertifizierte Baumwolle zu beziehen, und mit den Zielen unserer neuen Standardarbeitsanweisung zur verantwortungsvollen Beschaffung von Baumwolle.

  • Innovation: Wir erforschen kontinuierlich innovative Lösungen, die – im Einklang mit den Vorgaben unserer Biodiversitäts- und Ökosystemrichtlinie – derzeit genutzte natürliche Materialien ersetzen und den Druck auf Land und Ökosysteme verringern können. Das Erforschen von Lösungen und die Durchführung von Tests erfolgen durch unser eigenes Innovationsteam sowie über Fashion for Good (FFG), eine Multi-Stakeholder-Plattform für nachhaltige Innovationen in der Modeindustrie. Unser Fokus im Jahr 2025 lag auf der Erforschung neuer künstlicher Zellulosefasern, die herkömmliche Viskose ersetzen können. SIEHE ESRS E5 – RESSOURCENNUTZUNG UND KREISLAUFWIRTSCHAFT

  • Zusammenarbeit und Einsatz für die Natur: Im Jahr 2025 haben wir weiterhin in mehreren Arbeitsgruppen von Textile Exchange, BCI und Leather Working Group mitgewirkt, mit dem Ziel, Wissen aufzubauen und letztendlich Branchenstandards zu erarbeiten, um die Auswirkungen von Rohstoffen und Prozessen auf die Biodiversität zu reduzieren, beispielsweise durch verbesserte landwirtschaftliche Praktiken. Als Mitglied der Arbeitsgruppe Regenerative Agriculture Outcome Framework von Textile Exchange hatten wir zur Erarbeitung eines branchenübergreifenden Indikatorenkatalogs für regenerative Landwirtschaft, inklusive Pilotprojekten, beigetragen, der 2025 aktualisiert wurde.5 Außerdem sind wir aktives Mitglied des Fashion Pact Unlock Project, das die Kohlenstoffbilanzierung und andere Umweltvorteile von Baumwolle testet, sowie Teilnehmer der Round Tables für Leder, Baumwolle, Biosynthetik und künstliche Zellulose von Textile Exchange. Diese Gruppen konzentrieren sich darauf, wichtige Themen in der Branche voranzutreiben, wie etwa die Verbesserung der Rückverfolgbarkeit und die Entwicklung von Umweltverträglichkeitsanalysen und Leitlinien für die Industrie. Im Jahr 2025 schloss sich adidas den führenden Stimmen der Climate Week NYC an und nahm an der Veranstaltung des Science Based Targets Network (SBTN) teil, die sich mit der Nachhaltigkeitsarbeit von Unternehmen befasste. Führende Unternehmensvertreter*innen kamen zusammen, um zu diskutieren, warum Investitionen in die Natur entscheidend sind, um wissenschaftlich fundierte Ziele zu erreichen und die langfristige Resilienz von Unternehmen zu gewährleisten. Durch die Teilnahme des SVP Sustainability and ESG von adidas an der Podiumsdiskussion bekräftigte adidas öffentlich sein Engagement für die Natur und betonte, dass der Schutz der Ökosysteme ein wesentlicher Bestandteil seiner Nachhaltigkeitsvision und der Zukunftssicherung des Unternehmens ist. Diese Aktivität entsprach den Erwartungen, die in unserer Biodiversitäts- und Ökosystemrichtlinie und deren Umsetzung dargelegt sind, wonach adidas die Transformation der Branche durch Zusammenarbeit unterstützen möchte.

  • Grundlagen für wissenschaftlich fundierte Ziele für die Natur (Science Based Targets for Nature): Im Jahr 2025 schloss adidas die Schritte 1 und 2 des ‚Science-Based Targets for Nature'-Prozesses ab. Diese wurden gemäß den offiziellen Rahmenbedingungen zur externen Validierung eingereicht. Schritt 1 umfasste die Durchführung einer Bewertung der Wesentlichkeit, um Schlüsselbereiche zu identifizieren, in denen unsere eigenen Standorte und unsere Wertschöpfungskette mit der Natur interagieren. In Schritt 2 führten wir eine Scoping-Studie durch, um Standorte und Umweltbelastungen für die Zielsetzung zu priorisieren, wobei wir uns auf Süßwasser- und Landsysteme konzentrierten. Siehe ESRS E3-2 – MASSNAHMEN UND MITTEL IM ZUSAMMENHANG MIT WASSER- UND MEERESRESSOURCEN

Weitere Maßnahmen zur Verringerung der negativen Auswirkungen auf Biodiversität und Ökosysteme im Zusammenhang mit Klimawandel, Umweltverschmutzung, Wasser- oder Ressourcennutzung, werden in den entsprechenden Kapiteln ausführlich beschrieben: Siehe ESRS E1-3 – Massnahmen und Mittel im Zusammenhang mit den Klimakonzepten SIEHE ESRS E2-2 – MASSNAHMEN UND MITTEL IM ZUSAMMENHANG MIT UMWELTVERSCHMUTZUNG SIEHE ESRS E3-2 – MASSNAHMEN UND MITTEL IM ZUSAMMENHANG MIT WASSER- UND MEERESRESSOURCEN SIEHE ESRS E5-2 – MASSNAHMEN UND MITTEL IM ZUSAMMENHANG MIT RESSOURCENNUTZUNG UND KREISLAUFWIRTSCHAFT

1adidas-group.com/NAchhaltigkeit

2adidas-group.com/Nachhaltigkeit

3 Textile Exchange bezeichnet diese als Fasern, die aus nachwachsenden Rohstoffen wie Pflanzen oder landwirtschaftlichen Abfällen hergestellt werden, wobei Verfahren zum Einsatz kommen, die die Umweltbelastung während des gesamten Lebenszyklus minimieren.

4Canopyplanet.org

5textileexchange.org