Kennzahlen und Ziele
E4-4 – Ziele im Zusammenhang mit biologischer Vielfalt und Ökosystemen
Die im Folgenden beschriebenen Ziele unterstützen die Umsetzung unserer Naturstrategie, sind in unsere Richtlinien eingebettet und spiegeln die Verpflichtung von adidas wider, alle wesentlichen Auswirkungen, Risiken und Chancen (IROs) anzugehen.
Beschaffungsketten ohne Entwaldung und Umwandlung von Land für hochrisikobehaftete Rohstoffe bis 2030
adidas hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2030 für alle in seinen Produkten verwendeten hochrisikobehafteten Rohstoffe – insbesondere Rindsleder, Kautschuk und Holz – eine Beschaffungskette frei von Entwaldung und Umwandlung von Land (deforestation- and conversion-free, DCF) zu erreichen. Dieses globale Ziel, in dem recyceltes Leder und Lederbesätze nicht berücksichtigt sind, ist in unserer Biodiversitäts- und Ökosystemrichtlinie und damit in Verbindung stehenden Dokumenten beschrieben. Das Ziel und die entsprechenden Kennzahlen beruhen auf führenden externen Rahmenwerken wie dem Accountability Framework und orientieren sich zudem an der EU-Entwaldungsverordnung (EUDR), der EU-Biodiversitätsstrategie für 2030 sowie an Forschungsergebnissen aus dem Global Forest Review des World Resources Institute und den Deforestation Fronts des WWF.
Indem wir uns auf die Eliminierung von Entwaldung und Umwandlung von Land fokussieren, unterstützen wir die Ziele des Pariser Abkommens und richten uns am Kunming-Montreal Global Biodiversity Framework (GBF) aus, das zum Schutz von Arten und ihren Lebensräumen beiträgt. Wir überwachen unsere Leistung kontinuierlich mittels Nachverfolgung des Beschaffungsvolumens, der Herkunftsländer sowie einer verstärkten Sorgfaltspflicht für Zulieferer aus Hochrisikogebieten. Derzeit erhalten wir von unseren Lederzulieferern Selbsterklärungen zu den Ledermengen nach Herkunftsland. Diese Information leiten wir an das Sustainability-and-ESG-Team weiter, das eine Bewertung des Entwaldungsrisikos pro Land durchführt. Dieses DCF-Ziel adressiert wesentliche Auswirkungen auf die biologische Vielfalt und Ökosysteme, einschließlich jener im Zusammenhang mit dem Klimawandel, mit Landnutzungsänderungen und Ökosystemdienstleistungen. Zudem mindert es Risiken durch steigende Rohstoffkosten, Nichteinhaltung von Vorschriften oder potenzielle Erhöhungen der Betriebskosten.
100 % von Drittpartei zertifizierte Wolle
Dieses Ziel unterstützt die biologische Vielfalt durch die Förderung verantwortungsvoller Praktiken zur Landbewirtschaftung in unserer vorgelagerten Beschaffungskette, in erster Linie durch die Einhaltung anerkannter Zertifizierungsstandards. Es steht im Einklang mit den Erwartungen des Kunming-Montreal GBF und spiegelt sich in unseren Standards für Materialien tierischen Ursprungs wider. Durch die Umsetzung dieses Ziels wollen wir negative Auswirkungen von Landnutzungsänderungen mindern, Abhängigkeiten von Ökosystemdienstleistungen adressieren und Risiken im Zusammenhang mit der Verfügbarkeit und den Kosten von Rohstoffen managen. Als globale Verpflichtung deckt das Ziel die gesamte von adidas beschaffte Wolle ab, mit Ausnahme von recycelter Wolle. Der Fortschritt wird jährlich bewertet, indem der Prozentsatz der eingekauften, von unabhängigen Stellen zertifizierten Wolle auf der Grundlage von Primärdaten, ohne Bezugnahme auf ein Basisjahr, berechnet wird. Im Jahr 2025 bezog adidas 100 % (2024: 100 %) zertifizierte Wolle, erreichte damit das Ziel vollständig und konnte im Vergleich zum Vorjahr eine konstante Leistung aufrechterhalten.
100 % von Drittpartei zertifizierte Baumwolle
Seit Ende 2018 stammen 100 % der von uns verwendeten Baumwolle aus zertifizierten Quellen, einschließlich Bio-Baumwolle, recycelter Baumwolle und anderer von einer Drittpartei zertifizierter Baumwolle, wie z.B. Baumwolle der ,Better Cotton Initiative‘ (,BCI‘) und des US Cotton Trust Protocol. Dieses globale Ziel deckt das Gesamtvolumen der in unseren Produkten verwendeten Baumwolle ab und wird jährlich durch robuste Prozesse zum Beschaffungskettenmanagement überwacht. Es steht im Einklang mit den Erwartungen des Kunming-Montreal GBF. Unsere Verpflichtung zu einer nachhaltigen Baumwollbeschaffung unterstützt direkt unsere Naturstrategie, unsere Biodiversitäts- und Ökosystemrichtlinie sowie unsere Dekarbonisierungsziele. Es steht auch im Einklang mit unserem übergeordneten Ziel, die mit den Ressourcenzuflüssen verbundenen Umweltauswirkungen zu reduzieren, indem wir verantwortungsvolle landwirtschaftliche Praktiken fördern, den Einsatz von Pestiziden und Wasser reduzieren und die Lebensgrundlagen von Landwirten unterstützen. siehe esrs e1 – Klimawandel siehe esrs e5 – Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft
Dieses Ziel ist in unseren Standardarbeitsanweisungen (SOPs) verankert und bildet einen wesentlichen Bestandteil unserer Material-Roadmap, die unseren Übergang zu erneuerbaren Materialien aus nachhaltiger Beschaffung steuert. Durch die bevorzugte Verwendung von neuer oder recycelter Baumwolle, die zertifiziert und rückverfolgbar ist, wollen wir Landnutzungsänderungen minimieren, Ökosystemdienstleistungen schützen und zu den Prinzipien der Kreislaufwirtschaft beitragen. Die Fortschritte bei der Erreichung dieses Ziels werden jährlich überwacht, und die Daten für 2025 sind in ESRS E5 – Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft aufgeführt. Dieser Ansatz fördert nicht nur unsere Nachhaltigkeitsziele, sondern trägt auch dazu bei, Risiken im Zusammenhang mit der Verfügbarkeit von Rohstoffen, der Einhaltung von Vorschriften und den Auswirkungen auf unseren Ruf zu mindern. Siehe esrs e5-4 – ressourcenzuflüsse
Grundlage für die Zielsetzung: Wissenschaftliche Erkenntnisse, Rahmenwerke und Einbeziehung von Stakeholdern
Unsere aktuellen Ziele wurden auf der Grundlage bewährter Branchenpraktiken und anerkannter externer Rahmenwerke formuliert, die sich auf schlüssige wissenschaftliche Erkenntnisse über die Auswirkungen der Materialbeschaffung auf die biologische Vielfalt und die Ökosysteme stützen. Bei der Festlegung dieser Ziele haben wir relevante wissenschaftliche Literatur und Leitlinien geprüft, wie sie beispielsweise im Accountability Framework und in der EU-Biodiversitätsstrategie für 2030 angeführt sind, um sicherzustellen, dass sie mit den neuesten Forschungsergebnissen und regulatorischen Erwartungen übereinstimmen. Bei der Zielsetzung wurden keine ökologischen Schwellenwerte oder Auswirkungen angewendet und keine Ausgleichsmaßnahmen berücksichtigt. Alle drei Ziele sind global ausgerichtet und konzentrieren sich, wie oben erläutert, auf die vorgelagerte Wertschöpfungskette von adidas und die wichtigsten aus der Natur gewonnenen Materialien. Jedes Ziel ist der Vermeidungsebene der Abhilfemaßnahmenhierarchie zugeordnet, wobei die Prävention negativer Auswirkungen an der Quelle priorisiert wird.
Der Austausch mit Stakeholdern war ein integraler Bestandteil unseres Zielsetzungsprozesses. Wir haben uns mit wichtigen internen und externen Stakeholdern, darunter Zulieferer, Branchenexperten und NGOs, beraten, um sicherzustellen, dass unsere Ziele sowohl ambitioniert als auch praktikabel sind und die Erwartungen unserer breiteren Stakeholder-Gemeinschaft widerspiegeln. Zusätzlich zu diesen Kernzielen wurden im Rahmen unserer Klimastrategie und unseres Ansatzes zum Wassermanagement und zur Ressourcennutzung weitere Ziele in Bezug auf biologische Vielfalt und Ökosysteme ausgearbeitet. Diese zusätzlichen Ziele tragen zur Reduzierung der negativen Auswirkungen auf biologische Vielfalt und Ökosysteme bei und werden in den folgenden Kapiteln in den Abschnitten zu Zielen ausführlich beschrieben: SIEHE E1-4 – Ziele im Zusammenhang mit dem Klimaschutz und der Anpassung an den Klimawandel SIEHE E3-3 – ziele im zusammenhang mit WASSER- UND MEERESRESSOURCEN SIEHE E5-3 – ziele im zusammenhang mit RESSOURCENNUTZUNG UND KREISLAUFWIRTSCHAFT