Geschäftsbericht 2025

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Edson Álvarez im grünen Mexiko-Trikot von adidas in Aktion. (Foto)

Treasury

Finanzierungsgrundsätze des Unternehmens

Damit unser Unternehmen jederzeit seinen Zahlungsverpflichtungen nachkommen kann, sind die Hauptziele unserer Finanzierungsgrundsätze, die Zahlungsfähigkeit von adidas sicherzustellen, Finanzierungsrisiken zu begrenzen und ein Gleichgewicht zwischen Finanzierungskosten und finanzieller Flexibilität herzustellen. Die betriebliche Geschäftstätigkeit unserer Segmente und der daraus resultierende Mittelzufluss stellen die Hauptliquiditätsquelle für das Unternehmen dar. Die Liquiditätsprognose erfolgt anhand eines mehrjährigen Finanz- und Liquiditätsplans auf fortlaufend monatlicher Basis.

Treasury‑Grundsätze und -Verantwortlichkeiten

Die Treasury‑Grundsätze des Unternehmens regeln die Vorgehensweise bei sämtlichen Treasury‑relevanten Themen. Dazu zählen die Bankpolitik und die Genehmigung von Bankbeziehungen, Finanzierungsvereinbarungen und das Liquiditäts-/Anlagenmanagement, das Management von Währungs-, Zins-, Eigenkapital- und Rohstoffpreisrisiken sowie das Management unternehmensinterner Cashflows. Die Verantwortlichkeiten dafür sind nach einem dreistufigen Ansatz strukturiert:

  • Das Treasury‑Komitee, das sich aus Mitgliedern des Vorstands und weiteren Führungskräften zusammensetzt, entscheidet über die Treasury‑Grundsätze und gibt die strategische Ausrichtung für das Management von Treasury‑relevanten Themen vor. Wesentliche Änderungen der Treasury‑Grundsätze bedürfen der vorherigen Zustimmung des Treasury‑Komitees.

  • Die Treasury‑Abteilung ist für spezifische zentralisierte Treasury‑Transaktionen sowie für die Umsetzung unserer Treasury‑Grundsätze weltweit verantwortlich.

  • Auf Ebene der Tochterunternehmen sind, sofern begründet und wirtschaftlich sinnvoll, die Geschäftsführer*innen sowie die Finanzdirektor*innen vor Ort für das Management der Treasury‑Angelegenheiten bei ihren jeweiligen Gesellschaften verantwortlich. Controllingfunktionen auf Unternehmensebene stellen sicher, dass die Transaktionen der einzelnen Geschäftseinheiten den Treasury‑Grundsätzen des Unternehmens entsprechen.

Zentralisierte Treasury‑Funktion

Gemäß den Treasury‑Grundsätzen des Unternehmens werden alle weltweiten Kreditlinien direkt oder indirekt von der zentralen Treasury‑Abteilung verwaltet. Diese Linien werden zum Teil an Tochterunternehmen weitergegeben und teilweise durch Garantien der adidas AG abgesichert. Aufgrund des zentralisierten Liquiditätsmanagements ist das Unternehmen in der Lage, Mittel innerhalb der Organisation effizient zuzuteilen. Die Finanzverbindlichkeiten des Unternehmens sind generell unbesichert und gegebenenfalls mit marktüblichen Verpflichtungen verbunden. Wir unterhalten gute Geschäftsbeziehungen zu zahlreichen Partnerbanken und vermeiden dadurch eine zu starke Abhängigkeit von einzelnen Finanzinstituten. Partnerbanken auf Unternehmens- und Tochterunternehmensebene müssen ein langfristiges Investment-Grade-Rating von mindestens ,BBB–‘ von Standard & Poor’s oder ein vergleichbares Rating einer anderen führenden Ratingagentur vorweisen. Nur in sehr seltenen Ausnahmefällen dürfen unsere Gesellschaften mit Banken zusammenarbeiten, die ein niedrigeres Rating haben. Soweit gesetzlich zulässig und wirtschaftlich vertretbar, müssen die Tochterunternehmen überschüssige Liquidität an die Unternehmenszentrale weiterleiten, um eine optimale Zuteilung der flüssigen Finanzmittel innerhalb des Unternehmens sicherzustellen. In diesem Zusammenhang sind die Standardisierung und Konsolidierung unseres weltweiten Cash-Management- und Zahlungsprozesses eine wichtige Priorität der zentralen Treasury‑Abteilung. Dies umfasst unter anderem automatisierte inländische und grenzüberschreitende Cash-Pools. Eine weitere Aufgabe der Abteilung ist das effektive Management unserer Währungs- und Zinsrisiken. SIEHE ERLÄUTERUNG 02

Marktübliche Kreditvereinbarungen

Bei unseren fest zugesagten Kreditlinien sind wir verschiedene rechtliche Kreditvereinbarungen eingegangen. Diese können eine Limitierung der Veräußerung von Anlagevermögen, Höchstgrenzen für dinglich abgesicherte Verbindlichkeiten sowie Cross-Default- und Change-of-Control-Klauseln vorsehen. Unsere Finanzierungsvereinbarungen enthalten jedoch keine finanziellen Verpflichtungen. Sollten wir eine Klausel nicht einhalten können und keine Verzichtserklärung (‚Waiver‘) erhalten, würden die Finanzverbindlichkeiten sofort fällig und zahlbar werden. Zum 31. Dezember 2025 haben wir alle Bedingungen erfüllt. Wir sind äußerst zuversichtlich, diese Bedingungen auch in Zukunft erfüllen zu können. Zudem sind wir davon überzeugt, dass die Mittelzuflüsse aus der betrieblichen Tätigkeit zusammen mit der Verfügbarkeit interner und externer Mittel dazu ausreichen werden, unseren künftigen Bedarf an operativen Mitteln und Kapital zu decken.

Bonitätsprüfungen

adidas kann starke Investment-Grade-Ratings von Standard & Poor’s und Moody’s vorweisen. Im Juni 2025 stufte Standard & Poor’s adidas mit Verweis auf einen stärker als erwartet ausgefallenen Schuldenabbau und die anhaltende Dynamik des zugrunde liegenden operativen Geschäfts von ‚A–‘ auf ‚A‘ herauf. Moody‘s bewertet adidas mit ‚A3‘. Der Ausblick für beide Ratings lautet ‚stabil‘. Insgesamt sichern die Investment-Grade-Ratings adidas weiterhin einen effizienten Zugang zum Kapitalmarkt.

Konsortialkredite

Im November 2020 schloss adidas einen Konsortialkredit in Höhe von 1.500 Mio. € mit zwölf Partnerbanken ab. Diese Konsortialkreditvereinbarung wurde später, im Oktober 2021 und im November 2022, geändert. Der geänderte und neu aufgelegte Konsortialkredit mit nun elf Partnerbanken belief sich auf 2.000 Mio. €. Im Dezember 2023 reduzierte adidas die Höhe des Konsortialkredits mit einer Laufzeit bis November 2027 auf 1.864 Mio. € und die Anzahl der kreditgebenden Banken auf zehn Partnerbanken.

Ausstehende Anleihen

adidas hat derzeit fünf ausstehende Anleihen. Zuletzt platzierte das Unternehmen im Jahr 2025 eine fünfjährige Anleihe mit einem Volumen von 500 Mio. € und einem Kupon von 2,75 %, die im November 2030 fällig wird. Die Platzierung ergänzt das bestehende Fälligkeitsprofil, das sich bis September 2035 erstreckt. Während alle ausstehenden Anleihen Eurobonds sind, hat adidas im September 2020 auch eine Nachhaltigkeitsanleihe in Höhe von 500 Mio. € begeben, deren Erlös bis September 2023 vollständig für förderfähige nachhaltige Projekte gemäß dem ‚Sustainability Bond Framework‘ verwendet wurde. Alle Anleihen sind an der Luxemburger Wertpapierbörse mit einer Stückelung von jeweils 100.000 € gelistet, mit Ausnahme der Anleihe, die bis zum Oktober 2026 läuft und eine Stückelung von jeweils 1.000 € hat. SIEHE ERLÄUTERUNG 16

Fälligkeitsprofil und Kupons von adidas Anleihen1

Fälligkeitsprofil von Finanzverbindlichkeiten (Säulendiagramm)
1 Kupons sind fest.

Zusätzliche Kreditlinien

Außer durch die Konsortialkreditlinie und den Zugang zu den Anleihemärkten wird die finanzielle Flexibilität des Unternehmens auch durch die Verfügbarkeit von weiteren Kreditlinien sichergestellt. Zum Ende des Geschäftsjahres 2025 beliefen sich die fest zugesagten und nicht fest zugesagten Kreditlinien, darunter die Konsortialkreditlinie, auf 3.599 Mio. € (2024: 3.656 Mio. €). Davon waren 3.339 Mio. € ungenutzt (2024: 3.560 Mio. €). Fest zugesagte und nicht fest zugesagte Kreditlinien machen rund 53 % bzw. 47 % der gesamten Kreditlinien aus (2024: 52 % bzw. 48 %). Darüber hinaus steht dem Unternehmen ein ungenutztes Multi-Currency-Commercial-Paper-Programm in Höhe von 2.000 Mio. € zur Verfügung (2024: 2.000 Mio. €). Wir überwachen kontinuierlich den Bedarf an verfügbaren Kreditlinien basierend auf dem jeweiligen Volumen der Finanzverbindlichkeiten sowie dem künftigen Finanzierungsbedarf.

Bruttofinanzverbindlichkeiten leicht gestiegen

Die Bruttofinanzverbindlichkeiten des Unternehmens, wovon der überwiegende Teil in Euro gehalten wird, bestehen aus Bankverbindlichkeiten sowie ausstehenden Anleihen. Die Bruttofinanzverbindlichkeiten beliefen sich zum Ende des Geschäftsjahres 2025 auf 2.642 Mio. € (2024: 2.485 Mio. €). Das Gesamtvolumen der ausstehenden Anleihen belief sich zum Ende des Jahres 2025 auf 2.389 Mio. € (2024: 2.389 Mio. €). Die Bankverbindlichkeiten beliefen sich zum Ende des Geschäftsjahres 2025 auf 252 Mio. € (2024: 96 Mio. €).

Finanzierungsstruktur in Mio. €

 

 

2025

 

2024

Flüssige Mittel

 

1.617

 

2.455

Bankkredite

 

252

 

96

Eurobonds

 

2.389

 

2.389

Bruttofinanzverbindlichkeiten

 

2.642

 

2.485

Nettofinanzverbindlichkeiten/Cash-Position

 

–1.024

 

–30

Zum 31. Dezember 2025 enthalten die flüssigen Mittel 287 Mio. € (2024: 325 Mio. €), die von Tochtergesellschaften gehalten werden, die Devisenkontrollen (z.B. Russland) oder anderen rechtlichen Beschränkungen unterliegen und die daher nicht jederzeit zur allgemeinen Verwendung durch die adidas AG oder andere Tochtergesellschaften zur Verfügung stehen.

Fälligkeitsprofil der Bruttofinanzverbindlichkeiten

Im Jahr 2026 werden, bei unveränderter Fristigkeit, Finanzinstrumente in Höhe von 645 Mio. € fällig. Im Vergleich dazu liefen im Verlauf des Geschäftsjahres 2025 Finanzinstrumente über einen Betrag von 570 Mio. € aus.

Restlaufzeiten der Bruttofinanzverbindlichkeiten in Mio. €

Restlaufzeiten der Bruttofinanzverbindlichkeiten (Säulendiagramm)

Bereinigte Nettofinanzverbindlichkeiten in Höhe von 4.331 Mio. €

Zum 31. Dezember 2025 beliefen sich die bereinigten Nettofinanzverbindlichkeiten auf 4.331 Mio. € (31. Dezember 2024: 3.622 Mio. €). Diese Entwicklung ist hauptsächlich auf den Rückgang der flüssigen Mittel zurückzuführen, während die Finanzverbindlichkeiten leicht anstiegen. SIEHE BILANZ UND KAPITALFLUSSRECHNUNG

Bereinigte Nettofinanzverbindlichkeiten/Netto-Cash-Position1,2 in Mio. €

Netto-Cash-Position/Nettofinanzverbindlichkeiten (Säulendiagramm)
1 Die Zahl für 2021 wurde entsprechend der Methodologie-Änderung 2022 angepasst.
2 Die Zahl für 2021 spiegelt die Umklassifizierung des Reebok Geschäfts in als zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten wider.

Die bereinigten Nettofinanzverbindlichkeiten umfassen den Barwert der zukünftigen Zahlungsverpflichtungen aus Leasing- und Pensionsverpflichtungen. Im Jahr 2022 wurde die Methodologie zur Berechnung der bereinigten Nettofinanzverbindlichkeiten überarbeitet, um sie an die allgemeine Marktpraxis und den Ansatz der Ratingagenturen anzupassen. Die wichtigste Änderung war die Eliminierung der Anpassung der Ertragsteuer auf die Nettofinanzverbindlichkeiten. SIEHE ERLÄUTERUNG 25

Zusammensetzung der bereinigten Nettofinanzverbindlichkeiten in Mio. €

 

 

2025

 

2024

Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten

 

645

 

570

Langfristige Finanzverbindlichkeiten

 

1.996

 

1.915

Kurzfristige und langfristige Leasingverbindlichkeiten

 

2.913

 

3.102

Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

 

106

 

144

Factoring

 

 

21

Zwischensumme

 

5.661

 

5.752

 

 

 

 

 

Flüssige Mittel

 

1.617

 

2.455

Abzüglich Flüssige Mittel mit Verfügungsbeschränkung

 

287

 

325

Abzüglich verfügbare Flüssige Mittel

 

1.330

 

2.130

 

 

 

 

 

Bereinigte Nettofinanzverbindlichkeiten

 

4.331

 

3.622

Verschuldungsgrad deutlich unter 2,0

Das Unternehmen strebt weiterhin an, langfristig ein Verhältnis der bereinigten Nettofinanzverbindlichkeiten zum EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Wertminderungsaufwendungen und Wertaufholungen) von unter zwei beizubehalten. Dieses Verhältnis belief sich zum Jahresende 2025 auf 1,4 (2024: 1,5) und spiegelt den überproportionalen Anstieg des EBITDA im Vergleich zum Vorjahr wider. SIEHE GEWINN-UND-VERLUST-RECHNUNG SIEHE BILANZ UND KAPITALFLUSSRECHNUNG SIEHE ERLÄUTERUNG 25

Bereinigte Nettofinanzverbindlichkeiten/EBITDA

1,4

Zinssatz steigt

Der gewichtete Durchschnittszinssatz für die Bruttofinanzverbindlichkeiten des Unternehmens stieg im Jahr 2025 auf 3,1 % (2024: 2,5 %). Diese Entwicklung ist auf den höheren Finanzierungsbedarf in manchen Tochtergesellschaften in Märkten mit hohen Zinssätzen sowie auf die Rückzahlung eines Nullkupon-Eurobonds Ende 2024 zurückzuführen. Zum Ende des Geschäftsjahres 2025 machten festverzinsliche Finanzierungen 91 % der gesamten Bruttofinanzverbindlichkeiten aus (2024: 98 %). Zum Jahresende 2025 waren 9 % der Bruttofinanzverbindlichkeiten des Unternehmens variabel verzinst (2024: 2 %).

Zinssatzentwicklung1 in %

Zinssatzentwicklung (Säulendiagramm)
1 Gewichteter Durchschnittszinssatz der Bruttofinanzverbindlichkeiten.

Effektives Währungsmanagement hat hohe Priorität

Da adidas als weltweit tätiges Unternehmen Währungsrisiken ausgesetzt ist, stellt das effektive Währungsmanagement einen wichtigen Schwerpunkt der Treasury‑Abteilung dar. Ziel dieses Währungsmanagements ist die Verringerung der Auswirkung von Währungsschwankungen auf die in Fremdwährung lautenden künftigen Nettozahlungsströme. Dabei ist das US-Dollar-Hedging von zentraler Bedeutung, da unsere Beschaffung überwiegend in Asien stattfindet und größtenteils in US-Dollar abgerechnet wird. Im Geschäftsjahr 2025 betrug das Währungsdefizit resultierend aus dem laufenden Geschäft ca. 8,7 Mrd. US-$ (2024: 5,0 Mrd. US-$). Davon entfielen ca. 6,9 Mrd. US-$ auf den Euro (2024: 3,6 Mrd. US-$). Gemäß den Treasury‑Grundsätzen verfolgt das Unternehmen ein fortlaufendes Hedging-Programm mit einem Zeitfenster von bis zu 24 Monaten, wobei ein Großteil des erwarteten saisonalen Hedging-Bedarfs etwa sechs Monate vor Beginn einer Saison abgesichert wird. In seltenen Fällen werden Hedges auch über einen Zeitraum von über 24 Monaten abgeschlossen. Zum Jahresende 2025 war das Hedging für das Jahr 2026 nahezu vollständig abgeschlossen. Gleichzeitig haben wir bereits mit der Absicherung für das Jahr 2027 begonnen. Die Verwendung verschiedener Hedging-Instrumente, wie z.B. Devisentermingeschäfte, Währungsoptionen oder Swaps, bzw. die Kombination solcher Instrumente sichern das Unternehmen gegen ungünstige Währungsentwicklungen ab. SIEHE Beschaffung und Beschaffungskette SIEHE RISIKO- UND CHANCENBERICHT SIEHE ERLÄUTERUNG 28

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Cash-Pool
Vorgehensweise, bei der Barmittel physisch an einem Ort gebündelt werden. Der Cash-Pool ermöglicht es dem Unternehmen, Guthaben und Schulden verschiedener Konten und Konzerngesellschaften zentral in einem Konto zu führen. Diese Vorgehensweise unterstützt unser ,Inhouse-Bankkonzept‘, das überschüssige Mittel der einzelnen Konzerngesellschaften nutzt, um den Finanzierungsbedarf anderer Gesellschaften abzudecken. Dadurch reduzieren wir den externen Finanzierungsbedarf und optimieren unsere Nettozinsaufwendungen.